Es ist wieder mal soweit: die Quotendiskussion hat innerhalb der Piratenpartei einen neuen Höhepunkt erreicht. Startpunkt waren zwei Satzungsänderungsanträge für den kommenden Bundesparteitag vom 30.11. bis 01.12.2013 in Bremen, die ins Wiki eingestellt wurden:

Daraufhin folgten zwei weitere Anträge:

Seitdem wird heiß diskutiert. Quote ja oder nein? Dabei wird ein Punkt vergessen: Was sagen die Personen, für die eine Quote eingeführt werden soll eigentlich dazu?

Genau dafür ist diese Seite da. Hier könnt ihr zeigen, was ihr von einer Quote haltet und das auch entsprechend begründen.

 
Ich bin eine Frau oder ein Mensch, der sich selbst nicht als Mann identifiziert ... und ich bin gegen die Einführung einer Quote in der Piratenpartei!
 
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31. Oktober 2013 20:26 Sandra Zecchino

Ich bin gegen die Quote, weil das ein Schritt in die falsche Richtung. Statt die Probleme zu betrachten werden sie nur überdeckt. Zusätzlich möchte ich nicht gewählt werden, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich mit meinen Ideen und Einstellungen überzeugen möchte. Gäbe es eine Quote könnte ich mir dessen nicht mehr sicher sein und würde aus diesem Grund nicht mehr kandidieren.

 
31. Oktober 2013 20:42 Judith Seipel-Rotter

Was wir brauchen, sind fähige Menschen mit Rückgrat. Und wenn wir die Gleichbehandlung aller Menschen anstreben, dann ist eine Quote fehl am Platz. Denn wenn ich eine Quote für Frauen einführe, fehlt die Quote für sexuelle Orientierung, die Quote für die entsprechende Subkultur, die Quote für Schlipsträger und nicht zuletzt die Quote der politischen Strömung. Die Liste hört hier jedoch nicht auf, sondern geht endlos weiter. Und wer das alles als übertrieben oder nicht umsetzbar empfindet, dem stelle ich die Frage: Weshalb sollte man denn die Grenze so willkürlich bei „Frauenquote“ setzen? Weil Frauen nicht in der Lage sind, sich als Kandidatinnen aufzustellen, weil Frauen nun einmal per se „so sind“, daß sie sich nicht trauen oder nicht durchsetzen können? Das würde ich durchaus als sexistische Beleidigung auffassen. Oder ist es nicht vielmehr doch so, daß einige Frauen sich gern als Opfer sehen, um es leichter gemacht zu bekommen? Frauen - raus aus der Opferrolle, ihr tut euch selbst und uns anderen keinen Gefallen!

 
31. Oktober 2013 20:46 Ein Pirat

Als Partei, die die Grundrechte einst zu ihrem Parteiprogramm erklärt hat, sollte die Piratenpartei den 3. Artikel des Grundgesetzes achten und schützen: Sobald eine Quote für eine Bevölkerungsgruppe eingeführt wird, haben alle anderen Bevölkerungsgruppen automatisch eine geringere Chance auf Gleichbehandlung, was Sexismus oder Rassismus - je nach Art der Quote - gleichkommt.

 
31. Oktober 2013 20:53 Felicitas Steinhoff

Menschen mit Fähigkeiten und Eignungen statt Quoten. So will ich wählen, und so will ich bei einer Kandidatur auch gewählt werden.

 
31. Oktober 2013 20:58 Drachenrose

Warum ich als Frau das Thema Frauenquote ablehne, habe ich bereits hier erklärt:

http://drachenrose.wordpress.com/2013/10/30/und-taglich-grust-das-murmeltier-die-frauenquote/

 
31. Oktober 2013 21:05 Franziska Lux

Die Anträge gehen komplett an der Realität vorbei und schaffen Probleme, die ohne die Diskussion gar nicht da wären. Kompetente Frauen werden in allen mir bekannten Gliederungen gewählt, wenn sie sich zur Wahl stellen und meiner Erfahrung nach werden die Kandidaturen deutlich unterstützt. Die Beteiligung von Frauen könnte natürlich höher sein, das betrifft aber gleichermaßen Basisarbeit, insgesamt haben wir zu wenig Aktive.

 
31. Oktober 2013 21:47 Claudia Schumann

Ich bin gegen eine Quote weil ich Menschen nach Faehigkeiten und Qualifikation und nicht nach Geschlecht waehlen moechte. Unser KV bei dem ich (ohne Quote) 1. Vorsitzende bin koennte z.B. keinen neuen Vorstand waehlen, denn wir haben hier auser mir nur noch eine aktive Piratin. Ausserdem moechte ich nicht das Gefuehl haben wegen einer Quote gewaehlt zu werden. Ich befuerchte auch das wir, wenn sich dies durchsetzt, neue weibliche Mitglieder bekommen wuerden, die nur Mitglied werden weil Sie bei uns Karriere machen moechten. Ich habe heute ernsthaft ueberlegt mich auf die Europaliste zu schreiben, und zu sagen, ich bin die Quotenfrau, von Europapolitik jedoch habe ich keine Ahnung.

 
31. Oktober 2013 21:48 MC

Da will ich doch gleich aufgreifenm was hier geschriebn wurde: "Statt die Probleme zu betrachten werden sie nur überdeckt. " Nun, wo sind denn dann die Anträge, die das Problem betrachten? Wo sind denn die Lösungen der real existierenden Probleme in der Gesellschaft. Wären wir die Probleme so angegangen, wie es der Bedeutung des Themas angemessen wäre, dann gäbe es vielleicht keine Quotenanträge. So bleibe ich bei meinem Standardspruch: Wenn es genauso viele Idiotinnen wie Idioten im Bundestag gibt, haben wir die Gleichstellung vollendet.

 
31. Oktober 2013 21:58 Emmanuelle Roser

Ich finde die Quote wenig hilfreich, weil sie die 'Falschen' Frauen fördert. Ich meine damit, dass diejenigen, die davon profitieren die sind, die wahrscheinlich auch ohne weiter kommen würden (also ich zum Beispiel), und diejenigen, die aufgrund ihrer Familiären Situation (z.B. als Hauptverantwortliche für die Familie, wie es noch immer oft der Fall ist) oder persönlicher Eigenschaften (z.B. schüchtern oder zurückhaltend) manche Positionen nicht ausfüllen können, erhalten damit keine Unterstützung. Ich habe nach Aufkommen der Quotendiskussion nicht wieder für den Vorstand in Oberbayern kandidiert und werde es auch nicht mehr tun. Wie bereits bei der PiratinnenKon von einigen festgestellt wurde, bin ich der Meinung, dass eine Verbesserung des Klimas in der Partei und eine echte Entlastung der Vorstände mehr für die echte Gleichberechtigung tun würde, als es eine Quote jemals könnte.

 
31. Oktober 2013 22:08 Bianca Staubitz

Ich finde eine Quote diskriminierend. Ich will einen Job oder Posten weil ich gut bin in dem was ich tue. Nicht weil ich Brüste habe!

 
31. Oktober 2013 22:21 MC

Bianca schrieb: "Ich will einen Job oder Posten weil ich gut bin in dem was ich tue. Nicht weil ich Brüste habe! "

  1. Du bekommst aber keine Posten, weil du gut bist. Die Vorurteile wählen immer mit. Deswegen sind bei uns auch die Männer eher Vorsitzende und Frauen eher Schatzis ;-)
  2. Wenn wir die 5% Hürde geschafft hätten, dann hätten wir 32 Mandate. Glaubst du nicht auch, daß die besten 16 Frauen gut genug dafür sind?

Übrigens ist das ein ziemliches Dejavu hier. Ich hab die ganze Diskussion schon in den 90ern geführt. Wie wär's wenn wir einfach die Diskussionen nachlesen, die SPD und Grüne schon geführt haben? Dann können wir uns das hier sparen.

 
31. Oktober 2013 23:02 @die_sylvi

Ich empfinde es nicht als Fortschritt Frauen dazu zu drängen überproportional oft Vorstandsarbeit leisten zu müssen und verstehe nicht inwiefern das etwas mit Gleichberechtigung zu tun haben soll und welchen Effekt man sich davon verspricht. Vor allem da eigentlich bekannt ist, das Vorstände nur selten dazu kommen politische Arbeit zu leisten.

 
31. Oktober 2013 23:10 Bertram

Ich bin gegen Breitband, dann muss ich weniger Bullshit von euch lesen.

 
31. Oktober 2013 23:24 G@aejawen

Quote ist wie Mauern bauen!

Statt Hürden und Ausgrenzungen abzubauen, werden Hürden und Ausgrenzungen geschaffen! Wer will das eigentlich genau mit der Quote?

Männer, die meinen, sie müssten dem vermeintlich schwachen Geschlecht unter die Arme greifen, weil es ohne sie ja eh nicht geht? Frauen, die immer noch nicht kapiert haben, das ihre Brüste kein Ausschlußkriterium für Verstand und ausgiebige Hirnnutzung ist?

Wer für eine Quote ist, ist auch für weitere sinnfreie Debatten über Themen, die eigentlich schon seit dem 18. Jhrdt, durch unsere Vorfahrinnen hart erkämpft wurden. Emanzipation und Gleichstellung gibt nicht automatisch das Recht auf besondere Behandlung.

Dem Slogan Breitband statt Quote füge ich noch ein Mensch sein, ohne Hemmnisse statt Genderdebatten und Hyperfeminismus hinzu ;-)

 
01. November 2013 00:52 Ochsenschwanzsuppe

Komisch, in Berlin hatte man im Prinzip nur Frauen auf der Bundestagsliste. Ganz ohne Quote. Trotzdem meint man jetzt, man brauche unbedingt eine Quote. Wo ist da die Logik? Es wird sogar argumentiert, das die CDU/CSU (und alle anderen) ja auch eine Quote hätten. Super, dann sollten wir alle, einer der fünf Parteien im Bundestag beitreten, das erspart viel Ärger und wir haben endlich Quote.

Wer kontrolliert eigentlich, ob ein Mann sich wirklich nicht wie ein Mann fühlt oder doch - oder überhaupt keiner ist? Und wenn überhaupt, müßte Quote, dem Nichtmänneranteil in der Partei entsprechen. Weia, vielleicht sind die Nichtmänner*innen dann sogar schon überrepräsentiert? Wie auch immer - ziemlich absurd, in einer Partei, die das Geschlecht ihrer Mitglieder prinzipiell nicht erfasst.

 
01. November 2013 02:23 Caro

Die größte Hürde für politische Arbeit von Menschen die eher weiblich sozialisiert sind ist imho nicht, dass sie nicht in Ämter gewählt werden, sondern die Kultur inerhalb der Partei (und innerhalb des gesammten Politikbetriebs). Wir sollten, statt eine Quote zu beschließen, an unserer politischen Kulur und an unserem Umgang miteinander arbeiten, damit Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen, psychischen und physischen Belastungsgrenzen und persönlichkeiten sich nach Ihren Möglichkeiten politisch einbringen, entwickeln und emanzipieren können. Wir sollten Frauen* dazu ermutigen, zu kandidieren und ein Klima schaffen, das mehr mehr weiblich sozialisierte Menschen ermutigt, sich in der Piratenpartei politisch zu engagieren. Das ist leider viel mehr arbeit und erfordert weit mehr Anstrengung von uns allen, als das Beschließen einer Quote, aber ich bin mir sicher, damit langfristig mehr zu erreichen.

 
01. November 2013 08:11 Susann Flegel

Ich glaube, dass eine Quote kein geeignetes Instrument ist, um Benachteiligungen zu vermeiden. Ich sehe nicht, wie eine Quote Einstellungen verändern kann und ich sehe auch nicht, wie eine Quote Rahmenbedingungen (z.B. mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten) verbessern kann, damit sich mehr Frauen in der Partei engagieren.

Ich bin in meinem KV die einzige aktive Frau, eine Quote würde bedeuten, dass jede sich bewerbende Frau unabhängig von ihrer Eignung oder vom Vorhandensein besser geeigneter männlicher Kandidaten gewählt wird. Das wäre eine Benachteiligung männlichen Bewerbern gegenüber.

Wenn wir annehmen, dass die Befähigung für Ämter in der Partei gleich verteilt ist, macht eine Quote übrigens auch aufgrund unseres (gefühlt) geringen Frauenanteils gar keinen Sinn.

Von der platten Frau-Mann-Einteilung fang ich jetzt nicht mehr an...

 
01. November 2013 08:40 Nicole Staubus

Wir brauchen keine Quote.

In unserer Satzung steht: Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet. Wir erfassen bei der Mitgliederaufnahme kein Geschlecht. Das sind schritt in die richtige Richtung. Jemand soll ein Amt, Posten, Job oder Position bekommen weil er/sie/es dafür am besten geeignet ist.

Wir wollten mal richtige Gleichberechtigung. Dann kam die Diskussion das einige meinten das wir eine Bezeichnung als Piratin brauchen. Nein, ich möchte mein Geschlecht nicht in den Vordergrund stellen, denn es ist keine Qualifikation sonder nur ein Merkmal. Ich möchte gewählt werden weil mich die Menschen für fähig und geeignet für ein Amt halten, ohne überhaupt darüber nach zu denken, dass ich eine Frau oder ein Mann bin.

Eine Quote wird die Schranke im Kopf der Menschen nicht löschen, nein sie wird sie verstärken. Und die jetzt schon sehr gute Arbeit der Amtierenden Frauen in ein schlechtes Licht rücken.

Wir brauchen mehr Mut und Selbstbewustsein.

 
01. November 2013 09:29 penisträger

Was nützt mir Breitband, wenn die Rechte der Frauen mit Füßen getreten werden? Eine Quote wird nicht einen einzigen Mann benachteiligen, sondern nur dafür Sorgen, dass Frauen auch in dieser maskuilinistisch dominierten Partei eine Chance haben.

 
01. November 2013 09:41 Herzmut

Ich bin ein Mann und bin für die Quote. Weil ich es schlimm finde, als Partei rückschrittlicher zu sein als die Grünen. Breitband fordert auch die SPD.

 
01. November 2013 09:56 Piratenfrau

Da wir Piraten uns dem Grundgesetz verpflichtet fühlen, verstehe ich nicht, dass wir gegen Artikel 3 im Grundgesetz uns anders positionieren wollen und die Frauen, die laut Gesetz sowieso gleichberechtigt sind, bevorzugen wollen, in dem wir eine Quote einführen, statt wie bisher nach Kompetenz zu entscheiden. Wenn wir eine Quote für Frauen einführen, müssen wir auch eine Quote für einen oder mehrere Bäume oder für einen Geier einführen.

 
01. November 2013 10:06 @Frecklesfairy

Ich bin gegen die Quote in der Piratenpartei. Kompetente Frauen werden (genauso wie kompetente Männer) in allen Gliederungen unterstützt und gewählt. Allerdings haben wir nun mal einen geringeren Frauenanteil in der Partei, so dass es durchaus sein kann, dass auch weniger Frauen in Ämtern sind. Eine Frauenquote würde Männer unverhältnismäßig stark benachteiligen.

P.S.: Im KV Frankfurt wurden OHNE Quote 2013 gewählt: eine Vorsitzende, eine Generalsekretärin, zwei Beisitzerinnen, ein Schatzmeister, ein Beisitzer.

 
01. November 2013 10:15 Unerhörte

Ihr habt doch alle gelitten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1111elfElfELF

 
01. November 2013 10:38 Christiane Schinkel

Die Quote halte ich für die ungerechteste Form, geschlechterübergreifende Repräsentation in der Politik zu erwirken. Frauen über Teilnahme-Bevorzugung zwangszuintegrieren, bewirkt meiner Ansicht nach genau das Gegenteil von dem, wofür wir Piraten stehen, und lässt alle wichtigen Maßnahmen, die zur Veränderung in Richtung eines neuen Politikstils nötig sind, in den Hintergrund fallen.

Bewusstsein und Respekt für die Gleichwertigkeit von Menschen, und ein Arbeitsklima, das durch emotionale Intelligenz geprägt ist, lässt sich nicht über Regularien erzwingen. Diejenigen, die Frauen und weiblich sozialisierte Menschen aus dem System heraushalten wollen, würden sich auf die Quote berufen und auf eine Änderung ihres Verhaltens weiterhin verzichten können.

Emanzipation ist praktische Arbeit. Sie bedeutet für mich, sich täglich neu den behindernden Widerständen zu stellen, sich gegenseitig zu stärken, um am Ende gemeinsam ein Ziel zu erreichen. (Siehe mein Blogartikel aus 1/13 http://genderdings.blogspot.de/2013/01/emanzipation-vs-feminismus.html)

Als politischer Mensch mit vielseitigen Stärken und Talenten, die ich für unsere Ziele, für eine Veränderung der Gesellschaft, einsetze, möchte ich dafür, und auch nur dafür, gewählt werden.

Auf ein Quoten-Gnadenbrot verzichte ich gern.

Christiane Schinkel @lainee42

 
01. November 2013 11:16 Astrid (Piratenelfe)

"Weiblich sozialisiert" - sehr gutes Schlüsselwort. Da fallen mir sofort Mädchen ein, die mit rosa Tutu's und Barbie grosswerden - und später natürlich mit Klauen und Zähnen kämpfen müssen, um sich aus dieser Schublade wieder zu befreien und -schlimmer noch - die Angst behalten, wieder hineingestopft zu werden. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich nicht in eine solche Sozialisation hineingeboren bin - und darum brauche ich keine Quote, die mir Geltung gibt "weil ich eine Frau bin" - wenn ich die Geltung will, muss ich das schon selber schaffen!

 
01. November 2013 11:31 Hans

Ich bin für die Quote. Weil ich sonst gehänselt werde.

 
01. November 2013 12:02 Lore Reß

Zuerst mal: "Breitband statt Quote" ist für mich nicht der richtige Titel. Da wird suggeriert, dass ein Thema nur vorgezogen werden soll. Das würde bedeuten, dass das Thema 2 (Quote) danach drankommen würde. Die Überschrift sollte einfach lauten "Keine Quote".

Quote in der Piratenpartei: Für mich undenkbar. In der Satzung steht, das alle Mitglieder "Piraten" sind und das Geschlecht wird bei Eintritt nicht erfasst - das ist gut so!. Auf welcher Basis sollte nun eine Quote errechnet werden? Ämter müssen nach Eignung vergeben werden und nicht nach irgendwelchen Quoten (willkommen im Lobbyismus)! Nach meiner Erfahrung bei Wahlen wurden Frauen in keinster Weise diskriminiert.

Generell zur Quote: Mit "Quote" wird versucht das Pferd von hinten aufzuzäumen. Es müssen bereits bei der Kindererziehung die Weichen gestellt werden. Klar lieben kleine Jungs Autos und kleine Mädchen rosa Prinzessinnen, aber das muss nicht idealisiert werden und wir müssen uns dem Marketingdiktat von Ferrero, Lego und Playmobil nicht beugen, sondern Mädchen (trotz rosa Phase) zu kritisch denkenden Menschen erziehen. Quote ist ein Rückschritt, es werden die Gräben zwischen den Geschlechtern nicht zugeschüttet sondern aufgerissen.

 
01. November 2013 12:11 jp

@MV

Wenn wir die 5% Hürde geschafft hätten, dann hätten wir 32 Mandate. Glaubst du nicht auch, daß die besten 16 Frauen gut genug dafür sind?

Natürlich sind die 16 'besten' Frauen gut genug dafür. Wenn man aber bedenkt, dass die Piratenpartei nicht 50% weibliche Mitglieder haben - und man davon ausgeht, dass Männer und Frauen im Durchschnitt gleich qualifiziert sind - dann kann es schon statistisch nicht sein, dass man unter 20% Frauen 16 findet, die genauso oder mehr qualifiziert sind als die 16 aus 80% Männern.

Wenn die Quote überproportional viele Frauen (im Bezug zum Anteil der Mitglieder) auf die Listen bringt und man behauptet eine Frauenquote würde nur bei gleicher Qualifikation greifen, dann behauptet man auch dass die Frauen in der Piratenpartei wesentlich qualifizierter sind als die Männer.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn überhaupt ist eine Quote nur fair, wenn sie proportional zum jeweiligen Anteil der Basis ist.

 
01. November 2013 12:16 Piratinchen

Ich bin gegen eine Quote da das in meinen Augen nichts mit Gleichstellung zutun hat. Sondern nur eine Pflicht die Quote zu erfüllen.

 
01. November 2013 12:44 Domino

Ich brauche keine Quote, da ich mir bisher von allen Jungs die Stiefel lecken gelassen habe wenn diese aufmüpfig wurden. Generell habe ich festgestellt, dass man sehr weit kommt wenn man die Herren der Schöpfung einfach hart an ihren Eiern packt und queer durch den Raum schleift bis diese den respektvollen Umgang wieder gelernt haben.

 
01. November 2013 12:54 Anne Alter

Ich bin weiblich, 47 Jahre alt und strikt gegen eine Frauenquote in der Piratenpartei. Seit ich 2009 in die Partei eintrat, habe ich mich dort auf allen Ebenen von Basis bis Landesvorsitz engagiert und somit einen recht guten Einblick in den Landesverband, dem ich angehöre (Hamburg).

Der wichtigste Grund, warum ich keine Quotierung für Frauen will: Sie ist ungerecht. Ungerecht gegenüber allen Angehörigen von Minderheiten, die ebenso berechtigte Interessen haben, in Gremien oder Kandidatenlisten verterten zu sein. Einer Frauenquote müsste also eine für das Dritte Geschlecht folgen, dann für Menschen mit einer Sexualität abseits des Heterornormativen, für Menschen mit Behinderung, mit Migrationshintergrund, für Angehörige nationaler Minderheiten ...

Der zweite Grund: Qualifikation ist vom Geschlecht und anderen äußeren Faktoren wie Herkunft etc. unabhängig. Ich möchte Menschen wählen, die qualifiziert sind, und ich möchte Listenaufstellungen nicht beenden müssen, weil keine Menschen mehr übrig sind, die die geforderte biologische Voraussetzung nicht mitbringen. Die qualifiziert nämlich erst mal zu gar nichts (wenn man biologische Vorgänge mal außer acht lässt, die parteiintern völlig unwichtig sind). Es kann auch nicht das Ziel sein, sich wie die Grünen mit dem ewig gleichen weiblichen Spitzenpersonal ausztustatten, damit die Listen voll werden oder Frauen so lange zu besabbeln, bis sie sich zu einer Kandidatur, auf die sie keine Lust haben, breitschlagen lassen. Die Befürworter der Quote sollten sich mal mit politisch Aktiven bei den Grünen oder Linken unterhalten.

Der dritte Grund ist persönlich: Als ich 2010 zum ersten Mal in den Landesvorstand gewählt wurde und das Amt der politischen Geschäftsführerin bekleidete, trat ich in einer Zeit an, als der geringe Anteil von Frauen in der Partei im allgemeinen und von Führungspositionen im besonderen diskutiert wurde. Ich war die einzige Frau im Vorstand und trat auf lokaler Ebene für alle sichtbar den Beweis an, dass es ohne weiteres möglich ist, ohne geschlechtsinduzierte Shitstorms und sexistisches Blabla ganz normal ein Amt zu bekleiden. Als ich ein Jahr später Vorsitzende wurde, war ich immer noch die einzige Frau im Landesvorstand, konnte aber meine Beweisführung fortsetzen.

Als feministisch sozialisierte Frau war es auch (aber nicht in erster Linie) mein erklärtes Ziel, voranzugehen (eine muss ja ...) und damit Frauen zu ermutigen, meinem Beispiel zu folgen. Im nächsten Vorstand, für den ich aus rein privaten Gründen nicht mehr antrat, waren von sieben Vorstandsmitgliedern drei weiblich. Auf Bezirksebene haben wir drei weibliche Vorsitzende, unsere Bundestagsliste hätte Quotenfreunden die Tränen vor Freude in die Augen getrieben.

Ich habe sowohl in ansonsten reinen Männer- wie auch in Frauenteams gearbeitet, beide habe ich schon geleitet. Ich habe als Kind mit Jungen Fußball und Eishockey gespielt und mit Mädchen auch mal mit Puppen (wenn es sein musste). Ich tue bis heute sowohl männlich als auch weiblich konnotierte Dinge, ohne darüber nachzudenken, ob das jetzt eher männlich oder weiblich ist, und ich werde das auch weiterhin tun, weil es für mich das Natürlichste der Welt ist und außerdem so schön einfach. Eure verquaste Geschlechterperspektive ist nicht die meine, und sie wird es auch niemals sein. Der Feminismus, wie er sich mir auch in der Piratenpartei präsentiert, ist mir viel zu einseitig, zu beschränkt, zu sehr einem begrenzten Frauenbild verhaftet, als dass er irgendeine Anziehung auf mich ausüben könnte.

Ich habe überhaupt keine Lust, auf einer Weiberliste zu kandidieren. Ich wurde bisher nicht gewählt, weil oder obwohl ich eine Frau bin. Ich wurde einfach gewählt. Alles andere würde ich als persönliche Beleidigung empfinden. Ich will auch weiterhin mit meinen Parteikollegen ganz normal zusammenarbeiten. Und genau diese Normalität wollen mir jetzt Leute, die gesellschaftliche Probleme (die nur sehr unbelichtete Naturen negieren wollten) durch ein Werkzeug beheben wollen, zerstören. Die Quote reduziert mich allein auf mein Geschlecht, und das lehne ich zutiefst ab.

Sollte die Piratenquote kommen, wird dies der Moment sein, in dem ich meine Parteimitgliedschaft überdenken werden. Es wird das allererste Mal für mich sein.

 
01. November 2013 14:42 spieltmalkeineRolle

Wir könnten mehr Frauen in der Piratenpartei gebrauchen. Hierfür gibt es Gründe, die nicht mit einer Quote zu regeln sind. Auf sämtlchen Ebenen, auf denen ich bislang gewählt habe, wurde ein im Verhältnis der vorhandenen Frauen ein wesentlich höherer Frauenanteil gewählt. Eben weil diese Frauen kompetent waren, und damit überzeugen konnten. Weil dort auch die eher der männlichen Seite zuzuordnenden Wesen sich gut durch diese Frauen vertreten fühlten. Manchmal sehe ich auch, dass es notwendig ist, Menschen zu unterstützen, wenn es darum geht, sich mehr in Piratenarbeit einzubrigen. Eben durch Parteiämter. Hier ist die Arbeit von uns allen gefragt, und der Weg ist durchaus anstrengender, aber auch erfolgversprechender als eine Quote. Ich halte die Quote in unseren Reihen als bequemes Mittel, sich dahinter zu verstecken (wir haben ja eine Lösung). Auf der anderen Seite habe ich mich mal mit einer Linken und einer Grünen Politikerin unterhalten, die auf Grund der Quote in ein Gremium gewählt wurden. Beide hielten sich nicht für kompetent genug für den Posten, und hielten sich lieber im Hintergrund, um den fähigen Menschen den Vortritt zu schaffen. Das wollten sie aber nicht öffentlich betonen, um hierdurch keinen Schaden zu provozieren. Lasst uns aufmerksam und unterstützend sein. Und lasst uns uns kein so negatives Selbstbild aufzwingen.

 
01. November 2013 15:51 Jule

gg ich lach mich kaputt - hier kann eine zeigen, was sie von einer quote hält; allerdings unter der überschrift "...und ich bin gegen die einführung einer quote". saugut. eure demokratievorstellung war mir schon immer suspekt...

 
01. November 2013 17:02 Stefan Müller

NEIN weil trollig. Leute die wegen "national" auf die Bühne sprangen, stehlen uns jetzt auch mit einer "Quote" die Zeit in Bremen.

Es sind zur Zeit acht quotenrelevante Anträge, und ich werde jedem einzelnen mein NEIN widmen, ohne den auch nur ansatzweise zu lesen. Macht das genauso: dummes mit NEIN wegstimmen. Lieben Dank!

 
01. November 2013 19:02 Amanda Hugandkiss

Eine überwiegend von Männern durchgedrückte Quote ist genauso bevormundend wie von denselben Männern für Posten übergangen zu werden!

 
01. November 2013 19:54 Bernadette

Ich bin gegen eine Quote, weil der Penis nach wie vor unantastbar ist und man sich immer brav für ihn bücken sollte.

 
02. November 2013 00:25 Llarian

Weiblich, 49, gegen Quote. Weil ich keine "Quotentusse" sein will, die ihr Amt wegen ihrer Titten anstatt ihres Hirns bekommen hat. Sollte eine Frauenquote bei den Piraten eingeführt werden, werde ich sie boykottieren, indem ich für kein Amt mehr kandidiere. Ich hoffe, daß ausreichend viele Frauen bei den Piraten es genauso machen - so können wir die Zwangsquote solidarisch wieder kippen.

 
03. November 2013 11:14 E. Kaufmann

Jede Verbesserung ist ein Fortschritt, aber nicht jeder Fortschritt eine Verbesserung.
(Sigmund Graff, dt. Aphoristiker, 1898-1979)

Hallo liebes Forum, gelegentlich surfe ich in den verschiedenen politischen Foren, um mein Allgemeinwissen über die gesellschaftlichen Anschauungen zu erweitern. Prinzipiell bin ich für alles Neue sehr angetan und nehme viel Anregungen zur Kenntnis. Über die Piratenpartei war ich anfangs überrascht - eine neue Strömung der Gesellschaft war im Kommen. Angefangen mit den ersten zaghaften Versuchen sich ein politisches Bild anzueignen (wie seinerzeit mühselig fast wie bei den Grünen), dann die ersten kleinen Wahlerfolge und dem Wunsch vieler Wähler auf einen neuen Weg gehen und folgen zu können! Die Zeit spült sicherlich immer klarer die elementaren Dogmen der aufkommenden Partei ans Licht - doch leider weit gefehlt. Die Piratenpartei entpuppt sich immer mehr zu einer sich selbst unterhaltenden Menschenansammlung mit klein(st)karierten Anschauungen. Mit welchen niedrigen Beweggründen werden Quotenregelungen angepeilt und angepriesen - als ob das für die Führung einer zukunftsträchtigen Richtungsweisung für das Allgemeinwohl von Belang wäre! Dieser kleinkarierte Genderismus wirft die Gesellschaft zurück ins tiefste Mittelalter und wird sich rückblickend genau so hilfreich für unsere Entwicklungsgeschichte erwiesen haben wie seinerzeit die Hexenverbrennungen. Wäre es nicht viel effektiver für ein tragendes Gedankengut der Partei beizutragen indem die Stimme und deren geistiges Gut zählt und nicht vorpubertäres Geplapper einzelner? Nehmen Sie doch eine tragfähige Zukunftsidee auf (die Ansätze sind doch da) und werfen Sie Unnützes und zu Verzettelungen führende Gedankengut einfach über Bord! In diesem Sinne wünsche ich der Partei für den zukünftigen Weg alles Gute.